Kroatisch lernen kostenlos: vom Urlaubswort zum Gespräch
Kroatisch lernen kostenlos von Deutsch aus: Laute, sieben Fälle, Wörter aus dem Österreichischen, Gratiskurse der Uni Zagreb, erste Sätze und ein Sommerplan.
Autor: QlangoVeröffentlicht: 5 Min. Lesezeit
Krk ist kein Tippfehler. Die Insel in der Kvarner-Bucht heißt wirklich so, und Kroaten sprechen das Wort ohne Mühe aus, weil das r im Kroatischen die Rolle eines Vokals übernehmen kann. „Trg“ ist ein Platz, „prst“ ein Finger, „vrt“ ein Garten. Wer als Deutscher Kroatisch lernen will, stolpert an solchen Stellen zuerst und merkt dann, wie regelmäßig die Sprache gebaut ist. Kroatisch lernen kostenlos geht dabei besser, als viele denken: Der Einstieg in Qlango ist gratis, und die Universität Zagreb bietet kostenlose Onlinekurse an.
Die Einschätzung vorab: Kroatisch ist für Deutschsprachige mittelschwer. Die Schrift ist lateinisch und wird gelesen, wie sie geschrieben steht. Die Grammatik mit sieben Fällen und Verbpaaren braucht dagegen Geduld. Für die wichtigsten Urlaubssätze reichen ein paar Wochen, für einfache Gespräche auf A2 rechnest du bei einer halben Stunde am Tag mit etwa einem Jahr.
Wer Kroatisch lernt und warum
Die meisten denken zuerst an den Sommer: Istrien, die Kvarner-Inseln, Split, Zadar, Dubrovnik. Seit 2023 zahlt Kroatien mit dem Euro und gehört zum Schengen-Raum, die Anreise ist so unkompliziert wie nie. Wer jedes Jahr wiederkommt, will irgendwann mehr sagen als „hvala“.
Dahinter steht eine lange gemeinsame Geschichte. 1968 schloss die Bundesrepublik ein Anwerbeabkommen mit Jugoslawien, und viele der Arbeitskräfte kamen aus Kroatien. Ihre Kinder und Enkel leben heute in Stuttgart, München, Frankfurt oder Wien, manche zweisprachig, manche mit einem Kroatisch, das gerade noch für die Großeltern reicht. Seit dem EU-Beitritt Kroatiens 2013 sind viele weitere gekommen, in die Pflege, auf den Bau, in die Gastronomie. Wer einen kroatischen Partner, kroatische Schwiegereltern oder kroatische Kolleginnen hat, braucht keinen weiteren Grund. Und im österreichischen Burgenland lebt seit Jahrhunderten eine kroatische Volksgruppe.
Was dir als Deutschsprachigem leichtfällt
Jeder Buchstabe steht für genau einen Laut, ohne Ausnahmen wie im Englischen. Ein paar musst du dir merken: c ist ein z wie in „Zeit“, z ein summendes s wie im englischen „zoo“, š ein sch, ž das g in „Garage“, h ein ch wie in „Bach“, v ein w. Bei č und ć, beides eine Art tsch, hören Anfänger den Unterschied kaum, ć ist etwas weicher. Dazu kommen đ und dž, zwei Varianten von dsch.
Ein Teil des Alltagswortschatzes kommt dir bekannt vor, vor allem in Zagreb und im Norden, wo die Habsburger lange regierten. „Šnicla“ ist ein Schnitzel, „flaša“ eine Flasche, „vic“ ein Witz, „fajn“ heißt fein, und „šlag“ ist Schlagsahne, genau wie in Wien. Das ist Umgangssprache, aber du hörst sie überall.
Wo Kroatisch Geduld verlangt
Sieben Fälle, drei Geschlechter und eine Satzstellung mit eigenen Regeln. Die Fälle sind die vier deutschen plus Instrumental, Lokativ und Vokativ. Der Vokativ begegnet dir sofort, weil man Menschen damit anspricht: Aus „Ivan“ wird „Ivane“.
Der zweite Brocken sind die Verbpaare. „Čitati“ heißt lesen, „pročitati“ zu Ende lesen. Und dann gibt es kleine, unbetonte Wörter, die immer an die zweite Stelle im Satz wandern, egal was davor steht: „Zovem se Ana“, aber „Ja se zovem Ana“. Wer gewohnt ist, dass im Deutschen das Verb an Position zwei steht, findet das seltsam vertraut und trotzdem anders.
Die Vergangenheit funktioniert ähnlich wie das deutsche Perfekt, mit einer Form von „biti“ (sein) und einem Partizip. „Bio sam u Splitu“ heißt ich war in Split, wörtlich: ich bin in Split gewesen.
Kroatisch, Serbisch, Bosnisch
Wer Kroatisch lernt, versteht Serbisch, Bosnisch und Montenegrinisch weitgehend mit. Die Unterschiede liegen in einzelnen Wörtern, in der Aussprache mancher Silben und darin, dass Serbisch auch kyrillisch geschrieben wird. Kaffee heißt in Zagreb „kava“, in Belgrad „kafa“, Milch hier „mlijeko“, dort „mleko“, der Zug hier „vlak“, dort „voz“. Das Kroatische hat sogar eigene Monatsnamen. Der Oktober heißt „listopad“, nach den fallenden Blättern.
Erste Sätze für Strand, Konoba und Familienfest
Dobar dan: Guten Tag.
Bok: Hallo und Tschüss, locker.
Hvala oder hvala lijepa: Danke, danke schön.
Molim: Bitte, auch: wie bitte.
Da und ne: ja und nein.
Koliko košta? Was kostet das?
Jedno pivo, molim: Ein Bier, bitte.
Račun, molim: Die Rechnung, bitte.
Živjeli: Prost.
Laku noć: Gute Nacht.
Kroatisch lernen für Anfänger: der Plan bis zum Sommer
Wer im Januar anfängt, kann im Sommer mehr als bestellen. Mit 20 bis 30 Minuten am Tag sieht das so aus:
Januar: Aussprache, Begrüßungen, Zahlen und das Verb „biti“: ja sam, ti si, on je.
Februar: Gegenwart der regelmäßigen Verben und der Akkusativ. „Želim kavu“, ich möchte einen Kaffee.
März: Lokativ und Wege. „Gdje je plaža?“, wo ist der Strand? „U gradu“, in der Stadt.
April: Vergangenheit mit „bio sam“ und „bila sam“, damit du vom Urlaub im letzten Jahr erzählen kannst.
Mai: Restaurant, Einkaufen, Mengen mit Genitiv: „čaša vina“, ein Glas Wein.
Juni: Wiederholen und reden. Stell dich zwei Minuten lang laut vor, bis es ohne Zettel klappt.
Lade Qlango kostenlos für Android oder iOS herunter oder öffne es im Browser, wähle Deutsch als Sprache, über die du lernst, und mach die erste Lektion auf A1. Sie dauert etwa fünf Minuten, und der Einstieg ist kostenlos. Dazu kommen diese Gratisangebote aus Kroatien:
A1.HR: Croaticum, das Zentrum für Kroatisch als Fremdsprache an der Philosophischen Fakultät der Universität Zagreb, hat mit dem staatlichen Zentralbüro für Kroaten im Ausland diesen kostenlosen Onlinekurs für Anfänger entwickelt. Oberfläche, Anleitungen und Betreuung gibt es auf Englisch und Spanisch.
A2.HR: Der Folgekurs auf A2 stammt von denselben Partnern. Beide Kurse sind laut dem Zentralbüro dauerhaft kostenlos für alle Teilnehmenden.
LearnCro: Seit März 2026 gibt es zusätzlich diese kostenlose Web- und Handy-App derselben Partner. Sie setzt auf B1 an, also dort, wo die beiden Kurse aufhören.
Für deinen Plan bis zum Sommer reichen Qlango und A1.HR. Wer danach weitermacht, hat mit A2.HR und LearnCro den Weg bis B1 schon vorgezeichnet.
Kroatisch lernen mit App: so läuft es in Qlango
In Qlango wählst du beim Anlegen eines Kurses die Sprache, über die du lernst. Mit Deutsch als Ausgangssprache lernst du Kroatisch direkt aus dem Deutschen. Kroatisch gibt es auf den Stufen A1 bis B2, alle anderen Sprachen findest du in der Sprachübersicht.
Die Übungen nehmen genau die Hürden, die oben beschrieben sind. Beim Satzbauen rückst du „se“ und „sam“ an die richtige Stelle, beim Schreiben unterscheidest du č von ć, statt zu raten. Das verteilte Wiederholen bringt „vlak“ und „čaša“ zurück, kurz bevor sie weg wären. Wochenplan und Lernserie sorgen dafür, dass der Plan von oben nicht im März einschläft. Mit Premium lernst du auch offline, etwa auf der Fähre nach Hvar, und fragst den KI-Lehrer unbegrenzt, warum aus „kava“ im Satz „kavu“ wird.
Der Einstieg ist kostenlos und klappt ohne Anmeldung. Premium gibt es monatlich, jährlich oder einmalig als Forever-Plan, mehr dazu auf der Preisseite. Und falls du im Sommer zwischen Adria und Ägäis schwankst: Hier steht, wie du Griechisch lernen kannst.
Der Plan oben beginnt im Januar, aber er funktioniert genauso, wenn du an einem beliebigen Montag einsteigst und den Sommer als Ziel behältst. Nimm dir für die erste Woche nur „dobar dan“, „hvala“ und „molim“ vor und leg dazu in Qlango einen Kroatischkurs mit Deutsch als Ausgangssprache an. Auf Krk fragst du dann nach dem Weg zum „trg“ und vermisst den Vokal nicht mehr.
Spanisch lernen kostenlos für Anfänger: was Deutschen leichtfällt, wo ser, estar und der Subjunktiv bremsen, die besten Gratisquellen und ein 12-Wochen-Plan.
Englisch lernen kostenlos als Erwachsener: Selbsttest nach GER, typische Fehler, falsche Freunde, die besten Gratisquellen und ein Plan für 15 Minuten am Tag.
Spanisch für den Urlaub: die wichtigsten Sätze für Flughafen, Hotel, Restaurant und Apotheke, fünf Ausspracheregeln und was auf den Kanaren anders klingt.