Polnisch lernen kostenlos: Laute, Fälle und ein Plan
Polnisch lernen kostenlos von Deutsch aus: welche Laute und Fälle schwer sind, welche Wörter du kennst, Gratisquellen und dein erstes halbes Jahr als Anfänger.
Autor: QlangoVeröffentlicht: 6 Min. Lesezeit
Von Frankfurt an der Oder nach Słubice läufst du über die Stadtbrücke ein paar Minuten. Danach heißt Brot „chleb“, die Rechnung „rachunek“, und das Wort für Urlaub kommt dir verdächtig bekannt vor: „urlop“. Polnisch lernen ist für Deutsche genau diese Mischung aus fremd und vertraut, und das Vertraute ist größer, als die Ortsschilder vermuten lassen. Polnisch lernen kostenlos geht dabei leichter als gedacht: Der Einstieg in Qlango ist gratis, und polnische Institutionen bieten Radio, Musterprüfungen und für manche Gruppen sogar Kurse ohne Kosten.
Ehrlich eingeschätzt ist Polnisch für Deutschsprachige mittelschwer. Die Aussprache folgt festen Regeln, die Betonung liegt fast immer auf der vorletzten Silbe, und was ein Fall ist, weißt du aus der Schule. Schwer sind die vielen Zischlaute, sieben Fälle statt vier und Verben, die es in zwei Ausführungen gibt. Mit einer halben Stunde am Tag ist A2 nach ein bis anderthalb Jahren realistisch.
Warum Deutsche Polnisch lernen
Polen ist das große Nachbarland im Osten, und Menschen mit polnischen Wurzeln gehören zu den größten Einwanderergruppen in Deutschland. Entsprechend persönlich sind die Gründe. Die Freundin aus Breslau, deren Eltern kaum Deutsch sprechen. Der Kollege, der jeden Tag aus Stettin pendelt. Die eigene Familiengeschichte, die in Schlesien oder Pommern beginnt. In Görlitz, Guben oder Frankfurt an der Oder gehört Polnisch ohnehin zum Alltag, auf dem Markt, in der Schule, in der Klinik.
Beruflich lohnt es sich in Pflege, Logistik und Handwerk und überall, wo Firmen mit polnischen Partnern arbeiten. Und dann sind da die Ziele, die viele Deutsche erst spät entdecken: Danzig, Krakau, die Masuren, die Ostseeküste zwischen Usedom und der Halbinsel Hel.
Ist Polnisch lernen schwer? Erst einmal die Laute
Das Schriftbild schreckt mehr ab als die Sprache. Polnisch wird lateinisch und sehr regelmäßig geschrieben. Wenn du die Buchstabenkombinationen kennst, kannst du jedes Wort aussprechen, auch „W Szczebrzeszynie chrząszcz brzmi w trzcinie“, den berühmtesten Zungenbrecher des Landes. Er heißt nur: In Szczebrzeszyn summt ein Käfer im Schilf.
Schreibung
klingt ungefähr wie
Beispiel
sz
sch
szkoła, Schule
cz
tsch
czas, Zeit
rz, ż
das g in „Garage“
rzeka, Fluss
ś, ć, ź
weichere Varianten von sch, tsch und dem „Garage“-Laut
śnieg, Schnee; być, sein
ł
englisches w
mały, klein
w
deutsches w
woda, Wasser
ch, h
ch wie in „Bach“
chleb, Brot
y
dumpfes i
ryba, Fisch
ą, ę
nasal, ähnlich wie im Französischen
ręka, Hand
Die Betonung ist dafür eine Erholung: fast immer die vorletzte Silbe. War-SZA-wa, KRA-ków, dzię-KU-ję.
Die Grammatik: sieben Fälle und Verben im Doppelpack
Polnisch hat die vier Fälle, die du kennst, und drei dazu: Instrumental, Lokativ und Vokativ. Der Instrumental steht zum Beispiel, wenn du deinen Beruf nennst: „Jestem nauczycielem“, ich bin Lehrer. Der Vokativ ist die Anredeform. Aus „Anna“ wird „Anno“, aus „mama“ wird „mamo“.
Eine Regel, die Deutsche gern übersehen: Nach einer Verneinung kippt das Objekt in den Genitiv. „Mam czas“ heißt ich habe Zeit, aber „nie mam czasu“, ich habe keine Zeit.
Dazu kommen die Verbpaare. Fast jedes Verb gibt es in einer unvollendeten und einer vollendeten Form, etwa „pisać“ und „napisać“, schreiben und fertig schreiben. Das Deutsche behilft sich mit Umschreibungen, das Polnische mit einer Vorsilbe oder einer anderen Endung. Am Anfang wirkt das wie doppelter Lernaufwand, mit der Zeit erkennst du das System dahinter.
Und für alle, die gern siezen: Die höfliche Anrede ist „pan“ für einen Mann und „pani“ für eine Frau, mit dem Verb in der dritten Person. „Czy pani mówi po niemiecku?“ heißt wörtlich: Spricht die Dame Deutsch?
Wörter, die du schon kennst
Jahrhunderte Nachbarschaft hinterlassen Spuren. Im Polnischen stecken viele Wörter deutscher Herkunft: „dach“ (Dach), „ratusz“ (Rathaus), „burmistrz“ (Bürgermeister), „kelner“ (Kellner), „szlafrok“ (Bademantel, vom alten Schlafrock) und eben „urlop“. Umgekehrt ging es auch. Das deutsche Wort „Grenze“ stammt aus dem Polnischen, von „granica“. Ausgerechnet.
Bei zwei kleinen Wörtern ist Vorsicht geboten. „Nie“ heißt nein oder nicht und auf keinen Fall niemals. Und „no“ bedeutet umgangssprachlich ja. Wer „no, no“ sagt und dabei nickt, widerspricht dir also nicht.
Die ersten Sätze
Dzień dobry: Guten Tag, auch schon morgens.
Cześć: Hallo und Tschüss unter Freunden.
Dziękuję: Danke.
Proszę: Bitte, hier bitte und wie bitte, alles in einem Wort.
Przepraszam: Entschuldigung.
Tak und nie: ja und nein.
Poproszę kawę: Einen Kaffee, bitte.
Smacznego: Guten Appetit.
Na zdrowie: Prost.
Do widzenia: Auf Wiedersehen.
Polnisch lernen für Anfänger: dein erstes halbes Jahr
Monat 1
Laute und Schreibung, Begrüßungen, Zahlen und das Verb „być“, sein. Lies jeden Tag zehn Minuten laut, auch wenn dich niemand hören soll.
Monat 2 und 3
Gegenwart der regelmäßigen Verben, Akkusativ und Genitiv, die ersten 300 Wörter. Danach kannst du dich vorstellen, einkaufen und nach dem Weg fragen.
Monat 4 bis 6
Vergangenheit, Instrumental und Lokativ, die ersten Verbpaare. Ab hier erzählst du, was du am Wochenende gemacht hast, mit Fehlern, aber verständlich.
Danach geht es Richtung A2 und B1. Wenn du einschätzen willst, wo du stehst, helfen die Kann-Beschreibungen im Artikel über die GER-Niveaus. Wer ein Zertifikat braucht, findet es beim staatlichen Polnischexamen „Certyfikat z języka polskiego“.
Wie lernst du Polnisch kostenlos?
Lade Qlango kostenlos für Android oder iOS herunter oder öffne es im Browser, wähle Deutsch als Sprache, über die du lernst, und mach die erste Lektion auf A1. Sie dauert etwa fünf Minuten, und der Einstieg ist kostenlos. Ergänzend helfen dir diese Gratisangebote:
Polskie Radio: Der öffentliche Rundfunk Polens überträgt seine Sender live und bietet online Podcasts, Hörspiele, Hörbücher und eine eigene Rubrik für Kinder. Gerade die Kinderangebote haben für den Anfang ein gutes Tempo.
Musterprüfungen für das Polnischzertifikat: Die staatliche Kommission für die Zertifizierung von Polnisch als Fremdsprache veröffentlicht auf certyfikatpolski.pl offizielle Beispieltests. Sie zeigen dir, was die Prüfungen auf den einzelnen Stufen verlangen.
Kurse der NAWA: Die polnische Agentur für akademischen Austausch finanziert kostenlose Polnischkurse an polnischen Hochschulen, online und vor Ort. Sie richten sich an bestimmte Gruppen, etwa Studierende ausländischer Hochschulen, also prüf vorher die Bedingungen.
Fang mit dem Radio an, sobald du die Laute aus diesem Artikel kennst. Die Musterprüfungen und die NAWA-Kurse werden interessant, wenn du über A2 hinaus willst.
Polnisch lernen mit App: so geht es in Qlango ab Deutsch
Qlango lässt dich wählen, über welche Sprache du lernst. Du nimmst Deutsch und lernst Polnisch direkt daraus, ohne Umweg über Englisch. Polnisch gibt es dabei auf allen sechs Stufen von A1 bis C2, wie die Sprachübersicht zeigt. Du kannst also mit „dzień dobry“ anfangen und bis zu Texten weitermachen, die auch polnische Muttersprachler fordern.
Für die typischen deutschen Fehler sind die Übungen wie gemacht. Beim Schreiben tippst du „sz“ und „ż“ selbst, beim Satzbauen merkst du, ob „czasu“ oder „czas“ hingehört. Das verteilte Wiederholen holt die Verbpaare zurück, bevor sie verschwimmen, und die Karteikarten sind für die fünf Minuten an der Haltestelle. Mit Premium fragst du den KI-Lehrer, warum es „nie mam czasu“ heißt, so oft, bis es sitzt, und lernst offline weiter, wo das Netz aufhört. Die Statistik über Wochen, Monate und Jahre zeigt dir, was du geschafft hast.
Anfangen kannst du kostenlos. Die Premium-Pläne gibt es monatlich, jährlich oder einmalig als Forever-Plan, alles Weitere auf der Preisseite. Und wer danach Lust auf Kyrillisch bekommt: Vieles aus dem Polnischen hilft dir beim Russischlernen.
Über die Stadtbrücke nach Słubice gehst du in ein paar Minuten, doch bis „nie mam czasu“ ohne Nachdenken kommt, dauert es ein paar Wochen. Qlango füllt diese Wochen mit kurzen Lektionen, in denen du „sz“ und „ż“ selbst tippst und nach „nie“ den Genitiv setzt, bis er sitzt. Am besten fängst du an der nächsten Haltestelle an, mit den fünf Minuten, die du dort sowieso wartest.
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