Zum Inhalt springen
Qlango

Rumänisch lernen: Wie schwer ist es für Deutsche?

Autor: QlangoVeröffentlicht:

Rumänisch lernen: Bună heißt „Hallo“

Abțibild, chelner, cartof, bormașină. Lies die vier Wörter laut, und du hörst Abziehbild, Kellner, Kartoffel und Bohrmaschine. Rumänisch steckt voller deutscher Lehnwörter, und das ist kein Zufall: In Siebenbürgen und im Banat lebten Deutsche und Rumänen jahrhundertelang nebeneinander. Im Kern ist Rumänisch aber eine romanische Sprache, eine Schwester von Italienisch, Spanisch und Französisch, die sich im Osten Europas zwischen slawischen Nachbarn und dem Ungarischen behauptet hat.

Rumänisch lernen ist für Deutsche leichter, als die meisten vermuten. Die Schreibung ist fast lautgetreu, viele Wörter sind über das Lateinische mit Wörtern verwandt, die du kennst, und drei grammatische Geschlechter schrecken dich nicht. Schwer wird es bei den Verbformen und bei einem Artikel, der hinten am Wort klebt. Das Foreign Service Institute der USA zählt Rumänisch für englische Muttersprachler zur leichtesten Gruppe, zusammen mit Spanisch und Italienisch. Eine offizielle Einstufung für Deutsche gibt es nicht, aber mit einer halben Stunde am Tag ist A2 in etwa einem Jahr realistisch.

Rumänisch auf einen Blick: Română ist eine romanische Sprache, eine Schwester von Italienisch, gesprochen in Rumänien und Moldau, wo es auch Amtssprache ist; es hat drei Geschlechter, das dritte ein Zwitter, und den bestimmten Artikel hinten am Wort: lupul, der Wolf; casa, das Haus

Warum Deutsche Rumänisch lernen

Hunderttausende Rumäninnen und Rumänen leben in Deutschland. Viele arbeiten in Krankenhäusern und in der Pflege, auf Baustellen, in der IT und in der Logistik, und wer mit ihnen arbeitet, befreundet oder verheiratet ist, hat einen naheliegenden Grund. Dazu kommen die Städte mit deutscher Geschichte: Sibiu heißt auf Deutsch Hermannstadt, Brașov Kronstadt, Timișoara Temeswar. Wer einmal in den Karpaten gewandert ist oder im Donaudelta war, kommt oft wieder, und dann gern mit ein paar Sätzen mehr. Rumänisch ist übrigens auch Amtssprache in der Republik Moldau.

Was du als Deutscher schon mitbringst

Die Lehnwörter vom Anfang sind nur der Einstieg. Ein șnițel ist genau das, was du denkst, und ein șpriț eine Weinschorle.

Deutsche Lehnwörter im Rumänischen: abțibild heißt Abziehbild, chelner Kellner, cartof Kartoffel, bormașină Bohrmaschine, und ein șpriț ist eine Weinschorle

Dann das Lateinische. Wer Latein, Französisch oder Italienisch in der Schule hatte, erkennt apă (Wasser, lateinisch aqua), frate (Bruder, frater) und lună (Mond, luna). Fachwörter sind ohnehin fast international: universitate, televizor, problemă. Wer schon Spanisch oder Portugiesisch spricht, erkennt noch deutlich mehr.

Die Buchstaben machen ebenfalls wenig Ärger. Ce und ci spricht man „tsche“ und „tschi“, che und chi dagegen „ke“ und „ki“, ganz wie im Italienischen. Deshalb klingt chelner genau wie Kellner.

Auch die Grammatik hat etwas Vertrautes. Rumänisch kennt drei Geschlechter, wobei das dritte ein Zwitter ist: Ein scaun (Stuhl) verhält sich im Singular männlich, zwei scaune verhalten sich wie weibliche Wörter. Und es gibt Fälle: Genitiv und Dativ haben eigene Endungen, Nominativ und Akkusativ sehen gleich aus.

Was am Rumänischen schwer ist

Der bestimmte Artikel hängt hinten am Wort. Ein Wolf heißt un lup, der Wolf lupul; ein Haus o casă, das Haus casa. Mit dem Fall ändert sich auch der Artikel: casa mamei ist das Haus der Mutter. In der ersten Woche liest sich das wie ein Rätsel, mit vielen Beispielen wird es normal.

Dann die Verben. Es gibt mehrere Konjugationsklassen, einige unregelmäßige Verben, die man ständig braucht, und nach Verben wie wollen oder können folgt oft ein Konjunktiv mit să: Vreau să merg, ich will gehen, wörtlich „ich will, dass ich gehe“.

Und zwei Vokale mit Sonderzeichen. Das ă kennst du eigentlich: Es klingt wie das unbetonte e in „bitte“, steht im Rumänischen aber auch in betonten Silben. Neu ist das î, das mitten im Wort als â geschrieben wird. Es liegt irgendwo zwischen i und u, weiter hinten im Mund. România schreibt man mit â, înțeleg (ich verstehe) mit î, und gemeint ist derselbe Laut. Beim Schreiben kommen ș und ț dazu, mit einem Komma unter dem Buchstaben.

So klingen rumänische Buchstaben: ce wie „tsche“ und ci wie „tschi“ (Ce faci?), che wie „ke“ (chelner, Kellner), ă wie das e in „bitte“ (apă, Wasser), î irgendwo zwischen i und u (înțeleg, ich verstehe) und â derselbe Laut wie î (România)

Die ersten Sätze auf Rumänisch

  • Bună ziua. Guten Tag.
  • Mulțumesc. Danke.
  • Vă rog. Bitte, in der höflichen Form. Unter Freunden: te rog.
  • Da und nu: ja und nein.
  • Mă numesc ... Ich heiße ...
  • Ce faci? Wie geht's? Wörtlich: Was machst du?
  • Nu înțeleg. Ich verstehe nicht.
  • Noroc. Prost, wörtlich: Glück.

Rumänisch lernen für Anfänger: wie lange und wie oft

Als Richtwerte für Sprachen, die dem Deutschen nicht allzu fern sind, gelten etwa 180 bis 200 Stunden bis A2, 350 bis 400 bis B1 und 500 bis 600 bis B2. Bei einer halben Stunde am Tag heißt das: A2 nach etwa einem Jahr, B1 nach knapp zwei. Woher diese Zahlen kommen, erklärt der Beitrag Wie lange dauert es, eine Sprache zu lernen?

Im ersten Vierteljahr lernst du Begrüßungen, Zahlen, das Präsens der wichtigsten Verben und den Artikel am Wortende. Danach kommt die Vergangenheit, die im Alltag fast immer mit am und dem Partizip gebildet wird: am mâncat, ich habe gegessen. Im zweiten Halbjahr folgen der Konjunktiv mit să, Genitiv und Dativ und die ersten längeren Texte. Wer schon eine romanische Sprache spricht, kann diese Zeiten deutlich kürzen.

Kostenlos geht am Anfang erstaunlich viel. Rumänische Radiosender laufen im Netz, und Kolleginnen oder Nachbarn freuen sich in der Regel über jeden Satz, den du auf Rumänisch versuchst.

Rumänisch lernen mit App: so geht es in Qlango

Rumänisch gibt es in Qlango direkt von Deutsch aus: Du stellst beim Anlegen des Kurses Deutsch als Ausgangssprache ein und bekommst deutsche Übersetzungen, von A1 bis B2; alle Stufen stehen in der Sprachenübersicht. Die Lektionen sind kurz, das verteilte Wiederholen bringt neue Wörter zurück, bevor sie wieder verschwinden, und beim freien Schreiben lernst du, wo ă, â, î, ș und ț hingehören. Wenn du Sätze aus Bausteinen zusammensetzt, wird der Artikel am Wortende schneller normal, als du denkst.

Mit Premium beantwortet dir der KI-Lehrer jede Grammatikfrage, zum Beispiel, wann du casa sagst und wann casei. Was die Premium-Pläne enthalten, vom Monatsabo bis zum einmaligen Forever-Plan, steht auf der Preisseite. Der Einstieg ist kostenlos.

Du musst nicht erst nach Hermannstadt fahren, um mit Rumänisch anzufangen, denn chelner, cartof und bormașină hast du schon im Kopf. Den Rest, vom Artikel am Wortende bis zum ț mit Komma, baust du in Qlango Lektion für Lektion auf, mit Deutsch als Ausgangssprache und ohne Kosten für den Einstieg.

Das könnte dich auch interessieren