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Qlango

Türkisch lernen: Was Deutschen leichtfällt und was nicht

Autor: QlangoVeröffentlicht:

Türkisch lernen: Merhaba heißt „Hallo“

Wer in Deutschland oder Österreich aufgewachsen ist, hat Türkisch schon tausendmal gehört: in der U-Bahn, auf dem Schulhof, beim Gemüsehändler, der seine Kundin mit „abla“ anspricht, was große Schwester heißt. Verstanden hat man davon meist wenig. Das ist schade, denn Türkisch lernen ist für Deutschsprachige deutlich zugänglicher, als der Ruf der Sprache vermuten lässt.

Schrift und Laute hast du in ein paar Tagen im Griff, weil Türkisch seit 1928 mit lateinischen Buchstaben geschrieben und fast genau so gesprochen wird, wie es dasteht. Die eigentliche Arbeit steckt in der Grammatik, die Wörter aus Bausteinen zusammensetzt. Mit einer halben Stunde am Tag erreichst du in ein bis anderthalb Jahren A2, also einfache Alltagsgespräche.

Türkisch auf einen Blick: Türkçe schreibt seit 1928 lateinisch, fast so gesprochen wie geschrieben; das Verb steht am Ende wie im deutschen Nebensatz; Artikel und Genus gibt es nicht, o heißt er, sie und es; Endungen kommen an den Stamm: evlerimde, in meinen Häusern

Warum so viele Deutsche Türkisch lernen

Die Gründe sind selten abstrakt. Da ist die Schwiegerfamilie in Kayseri, bei der man beim ersten Besuch mehr sagen möchte als „Merhaba“. Da sind Kolleginnen, Nachbarn, die Eltern aus der Kita-Gruppe. In Berlin-Kreuzberg, Duisburg-Marxloh, auf der Kölner Keupstraße oder in Wien-Favoriten gehört Türkisch zum Alltag, seit die Bundesrepublik 1961 das Anwerbeabkommen mit der Türkei unterzeichnet hat. Österreich folgte 1964. Lehrerinnen, Sozialarbeiter, Ärztinnen und Pflegekräfte lernen die Sprache, weil ein paar Sätze in der Familiensprache des Gegenübers Vertrauen schaffen, das sich anders kaum herstellen lässt.

Und dann ist da der Urlaub. In Antalya oder Bodrum kommst du im Hotel mit Deutsch und Englisch problemlos durch. Auf dem Wochenmarkt einer Kleinstadt, im Dolmuş oder im Teehaus nicht. Wer dort ein paar Sätze Türkisch kann, wird anders behandelt als jemand, der stumm auf die Karte zeigt. Nicht unbedingt billiger, aber herzlicher.

Was dir als Deutschsprachigem leichtfällt

Eine ganze Menge. Das Alphabet ist lateinisch, und zwei der Sonderzeichen kennst du schon: ö und ü klingen wie im Deutschen. Den Rest lernst du an einem Nachmittag. Ş ist ein sch, ç ein tsch, c ein dsch wie in „Dschungel“, z ein summendes s wie in „Rose“, v ungefähr ein w und y ein j. „Cami“, die Moschee, sprichst du also „dschami“, und „çay“, der Tee, klingt wie „tschai“.

So liest du Türkisch: ş ist ein sch (hoşça kal), ç ein tsch (çay, der Tee), c ein dsch wie in „Dschungel“ (cami, die Moschee), z ein summendes s wie in „Rose“ (kız, Mädchen), v ungefähr ein w (evde, zu Hause) und y ein j (Eve gidiyorum)

Dazu kommt etwas, das Englischsprachigen Kopfzerbrechen macht und dir kaum: Das Verb steht am Ende. „Eve gidiyorum“ heißt „ich gehe nach Hause“, ist aber gebaut wie ein deutscher Nebensatz, „… weil ich nach Hause gehe“. Artikel gibt es keine, grammatisches Geschlecht auch nicht. „O“ heißt er, sie und es, und niemand muss sich merken, ob der Tisch männlich ist. Für alle, die in der Schule an „le“ und „la“ verzweifelt sind, eine Erholung.

Ein paar Wörter bringst du sogar mit. „Joghurt“ stammt aus dem Türkischen, „Kiosk“ ebenfalls, nur mit einem Umweg über das Französische. Viel ist das nicht, aber es ist ein Anfang.

Wo es hakt: ein Wort, viele Bausteine

Türkisch klebt. Wo das Deutsche mehrere Wörter braucht, hängt das Türkische Endungen an den Stamm, eine nach der anderen und in fester Reihenfolge:

Türkisch Bausteine Deutsch
ev Haus Haus
evler Haus + Mehrzahl Häuser
evlerim Haus + Mehrzahl + mein meine Häuser
evlerimde Haus + Mehrzahl + mein + in in meinen Häusern

Das Prinzip ist logisch, fast mathematisch. Schwierig wird es, weil du beim Sprechen in Echtzeit rechnen musst. Ein einziges Wort wie „gelemiyorum“ ist ein ganzer Satz: Ich kann nicht kommen.

Hinzu kommt die Vokalharmonie. Die Endungen passen ihren Vokal an das Wort an, an dem sie hängen. Aus „ev“ wird „evler“, aus „kitap“, Buch, aber „kitaplar“. Zu Hause heißt „evde“, in der Schule „okulda“. Am Anfang fühlt sich das an wie eine Regel zu viel. Nach ein paar Wochen merkst du, dass „kitapler“ falsch klingt, bevor du sagen kannst, warum.

Türkische Vokalharmonie: die Endung -de oder -da passt ihren Vokal dem Wort an; evde heißt zu Hause, okulda in der Schule und evlerimde in meinen Häusern

Zwei Buchstaben brauchen Übung: das ı ohne Punkt, ein dumpfer Laut, den es im Deutschen nicht gibt („kız“, Mädchen), und das ğ, das man kaum hört und das vor allem den Vokal davor dehnt.

Die ersten Wörter

Damit kommst du durch die erste Woche, in Ankara wie in Gelsenkirchen:

  • Merhaba: Hallo.
  • Günaydın: Guten Morgen.
  • Teşekkür ederim: Danke. Kürzer und lockerer: sağ ol.
  • Lütfen: Bitte.
  • Evet und hayır: ja und nein.
  • Nasılsın? Wie geht es dir? Die Antwort: İyiyim, mir geht es gut.
  • Afiyet olsun: Guten Appetit.
  • Kolay gelsin: wörtlich „möge es dir leichtfallen“. Das sagst du zu jemandem, der gerade arbeitet, dem Bäcker, der Kassiererin, dem Mann auf der Leiter.

Beim Abschied gibt es eine Feinheit. Wer geht, sagt hoşça kal. Wer bleibt, antwortet güle güle, ungefähr: geh mit einem Lächeln. Wer es umdreht, fällt auf, allerdings auf sympathische Art.

Türkisch lernen für Anfänger: ein realistischer Plan

Ein Plan, der auch im November noch hält, rechnet mit 20 bis 30 Minuten am Tag, nicht mit Marathons am Wochenende.

  1. Woche 1 und 2: Alphabet und Laute, Begrüßungen, Zahlen bis 100. Lies jedes türkische Schild laut, das dir begegnet, auch die Karte beim Imbiss.
  2. Monat 1 bis 3: Gegenwart auf -iyor, die ersten Fälle (eve, evde, evden: nach Hause, zu Hause, von zu Hause) und Fragen mit „mi“: „Çay ister misin?“, möchtest du Tee?
  3. Monat 4 bis 6: Vergangenheit auf -di („geldim“, ich bin gekommen), die Besitzendungen, die ersten 500 Wörter. Ab hier erzählst du von deinem Wochenende, holprig, aber verständlich.
  4. Monat 7 bis 12: Zukunft, „können“ und „nicht können“, erste Nebensätze. Mit etwas Glück steht am Ende A2, sonst ein paar Monate später.
  5. Danach: B1, die Stufe, auf der du mit der Schwiegermutter über mehr sprichst als über das Wetter. Was die Stufen genau bedeuten, steht im Überblick über die GER-Niveaus.

Das Foreign Service Institute der USA zählt Türkisch zu den schweren Sprachen und rechnet für englische Muttersprachler mit rund 1.100 Unterrichtsstunden bis zu einem beruflich brauchbaren Niveau. Für Deutschsprachige gibt es keine offizielle Zahl. Die Verbstellung spart dir etwas Zeit, der fremde Wortschatz kostet sie wieder. Wie du solche Zahlen auf deinen Alltag umrechnest, steht im Artikel Wie lange dauert es, eine Sprache zu lernen?

Türkisch lernen mit App: so geht es in Qlango

In Qlango legst du einen Kurs an, indem du zuerst die Sprache wählst, über die du lernst, und dann die Zielsprache. Du nimmst Deutsch und lernst Türkisch direkt aus dem Deutschen, ohne Umweg über Englisch. Die Kurse folgen den GER-Stufen, für Türkisch gibt es A1, A2, B1 und B2. Welche der 80 Sprachen auf welchen Stufen angeboten werden, zeigt die Übersicht aller Sprachen.

Zu Türkisch passen die Übungsformen gut. Beim Satzbauen setzt du die Bausteine selbst zusammen, also genau das, was die Suffixe verlangen. Beim Schreiben tippst du ş, ğ und ı selbst, statt sie nur wiederzuerkennen. Das verteilte Wiederholen holt „kitaplar“ und „evlerimde“ zurück, kurz bevor du sie vergessen würdest. Und wenn dich die Vokalharmonie nervt, fragst du mit Premium den KI-Lehrer, warum es „okulda“ heißt und nicht „okulde“, so oft du willst.

Zum Üben, ohne dass es nach Hausaufgaben riecht, gibt es Wortduell gegen Freunde oder andere Lernende und den Chat mit anderen Lernenden, in dem du dir Nachrichten übersetzen lassen kannst. Den Einstieg machst du kostenlos und ohne Anmeldung, Türkisch lernen kostet dich also erst einmal nur Zeit. Wer dranbleibt, nimmt Premium monatlich, jährlich oder einmalig als Forever-Plan, die Details stehen auf der Preisseite.

Im November, wenn es früh dunkel wird und der Schwung vom Sommer nachlässt, zeigt sich, ob ein Lernplan hält. Wer seinen Türkischkurs in Qlango mit Deutsch als Ausgangssprache anlegt, hat dann Wochenplan und Lernserie auf seiner Seite und jeden Tag nur eine kurze Lektion vor sich. Hoşça kal sagst du dann beim Gehen, güle güle sagt der Gemüsehändler.

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