Japanisch lernen für Anfänger: drei Schriften und ein Plan
Japanisch lernen von Deutsch aus: warum die Grammatik leichter ist als ihr Ruf, wie du die drei Schriften angehst, erste Wörter und ein Plan bis B1.
Autor: QlangoVeröffentlicht: 5 Min. Lesezeit
Düsseldorf hat eine der größten japanischen Gemeinden Europas, und rund um die Immermannstraße hängen Speisekarten und Ladenschilder auf Japanisch. Wer dort zum ersten Mal Ramen bestellt, zeigt meistens auf ein Foto. Japanisch lernen heißt im Grunde, diesen Zeigefinger irgendwann nicht mehr zu brauchen, und das ist weniger aussichtslos, als es vor der Ladentür wirkt.
Für Deutsche ist Japanisch eine Langstrecke, aber eine mit festem Boden. Die Grammatik ist regelmäßiger als die deutsche, und die Aussprache macht kaum Probleme. Zeit kosten die Schrift und der Wortschatz, weil fast nichts davon nach etwas klingt, das du schon kennst. Die beiden Silbenschriften lernst du in wenigen Wochen. Für ein solides A1 rechne bei einer halben Stunde am Tag mit acht bis zwölf Monaten, für B1 mit drei Jahren oder mehr. Das Foreign Service Institute der USA führt Japanisch in seiner schwersten Gruppe. Gemessen wurde das an englischen Muttersprachlern; eine offizielle Entsprechung für Deutsche gibt es nicht, aber an der Richtung ändert das wenig.
Was am Japanischen leichter ist als sein Ruf
Fang mit der Aussprache an, denn da hast du als Deutscher einen echten Vorteil. Japanisch hat fünf Vokale, a, i, u, e und o, und sie klingen ziemlich genau wie bei uns. Wer „Sake“ so ausspricht, wie es dasteht, liegt richtig.
Die Grammatik hat Lücken, über die du dich freuen darfst. Es gibt keine Artikel, kein grammatisches Geschlecht und keine Verbformen nach Personen: 食べる (taberu) heißt ich esse, du isst und sie essen. Den Plural markiert man meistens gar nicht. Und das Verb steht am Satzende, wie im deutschen Nebensatz. Wer „weil ich heute Sushi esse“ bilden kann, kennt das Prinzip schon.
Ein kleiner Bonus: Einige japanische Wörter stammen aus dem Deutschen. アルバイト (arubaito) ist ein Nebenjob, von „Arbeit“, und in der Arztpraxis heißt die Patientenakte カルテ (karute), von „Karte“.
Eine Falle gibt es trotzdem. Die übliche Umschrift folgt der englischen Schreibweise. Sushi spricht man „Suschi“, ein j ist ein „dsch“, ein ch ein „tsch“ und ein y unser j; Yokohama spricht man also Jokohama. Für die Umschrift gilt deshalb: Konsonanten englisch lesen, Vokale deutsch.
Was wirklich Zeit kostet
Drei Schriften in einem Satz
Japanisch schreibt mit drei Systemen gleichzeitig. Hiragana, 46 Grundzeichen, für Endungen, Partikeln und viele einheimische Wörter. Katakana, ebenfalls 46, für Lehnwörter und fremde Namen. Und Kanji, die aus China übernommenen Schriftzeichen; die offizielle Liste für den Alltagsgebrauch umfasst 2.136 davon. Ein ganz normaler Satz wie 私はドイツ人です (watashi wa doitsujin desu, ich bin Deutsche oder Deutscher) enthält alle drei: 私 und 人 sind Kanji, は und です Hiragana, ドイツ ist Katakana.
Partikeln und Höflichkeit
Kleine Partikeln hinter dem Wort zeigen, welche Rolle es im Satz spielt: を markiert das Objekt, に Ziel und Zeitpunkt, で den Ort einer Handlung. Der Unterschied zwischen は und が füllt in Grammatiken ganze Kapitel, und du wirst ihn eine Weile falsch machen. Wer danach noch Koreanisch lernen will, trifft übrigens auf sehr ähnliche Satzbaupläne.
Außerdem ändert sich die Verbform mit der Höflichkeit. Gegenüber Fremden sagst du 食べます (tabemasu), unter Freunden 食べる (taberu). Lern zuerst die höfliche Form, damit liegst du als Ausländer fast immer richtig.
Wortschatz ohne Eselsbrücken
Bei Spanisch oder Dänisch erkennst du viele Wörter. Beim Japanischen kaum eines, abgesehen von englischen Lehnwörtern, die so umgebaut sind, dass du sie erst entschlüsseln musst: コンピューター ist der Computer, アイスクリーム das Eis. Hier hilft nur Wiederholung mit System; welche Methoden dafür am besten halten, steht im Beitrag über Vokabellernen.
Deine ersten Wörter auf Japanisch
こんにちは (konnichiwa): Guten Tag, hallo. Das letzte Zeichen ist は, wird hier aber „wa“ gesprochen.
ありがとうございます (arigatō gozaimasu): vielen Dank.
すみません (sumimasen): Entschuldigung, auch um im Restaurant jemanden zu rufen.
はい (hai) und いいえ (iie): ja und nein.
水をください (mizu o kudasai): Wasser, bitte.
日本語 (nihongo): die japanische Sprache.
Japanisch lernen: ein Plan in vier Etappen
Woche 1 bis 4: die Silbenschriften. Erst Hiragana, dann Katakana, 15 bis 20 Minuten am Tag. Schreib die Zeichen ein paar Mal von Hand, auch wenn du später nur tippst. Die Hand merkt sich Formen, die das Auge verwechselt.
Monat 2 bis 10: A1. Die höfliche ます-Form, die wichtigsten Partikeln, Zahlen, Uhrzeiten, dich vorstellen, bestellen, nach dem Weg fragen. Dazu die ersten Kanji, die dir ständig begegnen, etwa 人 (Mensch), 日 (Tag, Sonne), 水 (Wasser) und 大 (groß).
Monat 11 bis 24: A2. Die einfache Form, die て-Form, mit der du Handlungen verbindest und um etwas bittest, die Vergangenheit, Adjektive. Jede Woche kommen neue Kanji dazu, und du fängst an, kurze Texte zu lesen.
Ab dem dritten Jahr: B1. Längere Texte, Mangas mit Lesehilfe über den Kanji, Gespräche über Arbeit und Pläne. Wer einen Nachweis braucht, legt den Japanese-Language Proficiency Test ab, kurz JLPT, der von N5 bis N1 reicht und auch in Deutschland angeboten wird.
Die Zeiten setzen 30 bis 45 Minuten an den meisten Tagen voraus. Wer weniger Zeit hat, streckt die Etappen, überspringt aber keine. Mit welchen Stundenzahlen du grob rechnen kannst, steht unter Wie lange dauert es, eine Sprache zu lernen?
Japanisch lernen mit App: so läuft es in Qlango
In Qlango legst du einen Japanischkurs an und wählst Deutsch als Sprache, über die du lernst. Die Übersetzungen kommen dann auf Deutsch. Bei einer Sprache, die so weit vom Deutschen entfernt ist, zählt jeder Schritt, den du dir sparst, und eine zweite Fremdsprache als Zwischenstation ist so ein Schritt.
Der Kurs reicht von A1 bis B1, die Sprachenübersicht zeigt die Stufen für jede Sprache. Die Lektionen sind kurz genug für die Bahnfahrt, und das verteilte Wiederholen ist genau das, was ein Wortschatz ohne Eselsbrücken braucht: Ein Wort kommt wieder, kurz bevor du es vergessen hättest. Die Übungen wechseln zwischen Karteikarten, Auswahl aus vier Antworten, Paaren und dem Zusammensetzen ganzer Sätze, und gerade das Satzbauen trainiert Partikeln und das Verb am Ende. Mit Premium kannst du dem KI-Lehrer unbegrenzt Fragen stellen, etwa warum in einem bestimmten Satz が steht und nicht は. Die Statistik über Wochen, Monate und Jahre zeigt dir, dass du vorankommst, auch in den Wochen, in denen es sich nicht so anfühlt.
Noch eine Weile wird dein Zeigefinger vor der Ramen-Karte auf der Immermannstraße mitbestellen. Parallel dazu lernst du in Qlango die ersten Wörter und Sätze, in kurzen Lektionen mit deutschen Übersetzungen, die in jede Bahnfahrt passen. Bis du die Bedienung mit すみません rufst und der Finger in der Tasche bleibt, vergeht weniger Zeit, als es vor der Ladentür aussieht.
Spanisch lernen kostenlos für Anfänger: was Deutschen leichtfällt, wo ser, estar und der Subjunktiv bremsen, die besten Gratisquellen und ein 12-Wochen-Plan.
Englisch lernen kostenlos als Erwachsener: Selbsttest nach GER, typische Fehler, falsche Freunde, die besten Gratisquellen und ein Plan für 15 Minuten am Tag.
Spanisch für den Urlaub: die wichtigsten Sätze für Flughafen, Hotel, Restaurant und Apotheke, fünf Ausspracheregeln und was auf den Kanaren anders klingt.