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Chinesisch lernen: was leicht ist und was Jahre dauert

Autor: QlangoVeröffentlicht:

Chinesisch lernen: 你好 heißt „Hallo“

Ein chinesisches Verb ändert sich nie. Ich gehe, du gehst, sie sind gestern gegangen: Auf Mandarin steht jedes Mal 去 (qù), und höchstens ein kleines 了 (le) dahinter zeigt an, dass etwas abgeschlossen ist. Wer in der Schule mit französischen Verbtabellen oder lateinischen Konjugationen gekämpft hat, darf hier kurz durchatmen.

Chinesisch lernen bleibt für Deutsche trotzdem ein langes Projekt, nur liegt die Schwierigkeit woanders, als die meisten erwarten. Die Grammatik ist freundlich, die Töne und die Schriftzeichen sind es nicht. Mit einer halben Stunde am Tag kannst du nach einigen Monaten einfache Sätze sagen und verstehen. Bis du eine Speisekarte ohne Hilfe liest oder dich über deinen Job unterhältst, vergehen eher zwei bis drei Jahre. Das Foreign Service Institute der USA zählt Mandarin für englische Muttersprachler zur schwersten Kategorie; eine offizielle Zahl für Deutsche gibt es nicht.

Mandarin, Kurzzeichen, Langzeichen: was du eigentlich lernst

Wer „Chinesisch“ sagt, meint fast immer Mandarin, die Hochsprache der Volksrepublik China, die auch in Taiwan gesprochen wird und in Singapur eine der Amtssprachen ist. Keine Sprache der Welt hat mehr Muttersprachler. Geschrieben wird sie auf zwei Arten: Die Volksrepublik und Singapur benutzen vereinfachte Kurzzeichen, Taiwan, Hongkong und Macau die traditionellen Langzeichen. Aus 學 (lernen) wurde 学, aus 馬 (Pferd) wurde 马. Kantonesisch, das in Hongkong und in der Provinz Guangdong gesprochen wird, ist eine eigene Sprache mit eigener Aussprache.

Für die meisten Lernenden in Deutschland ist Mandarin mit Kurzzeichen die richtige Wahl. Das brauchst du bei Geschäftspartnern in der Volksrepublik und beim Studium in Peking oder Shanghai, und darauf sind die meisten Lehrbücher ausgerichtet. Wer Familie in Taiwan oder Hongkong hat, entscheidet anders.

Was dir als Deutschem leichtfällt

Keine Konjugation, keine Fälle, keine Artikel, kein grammatisches Geschlecht. Den Plural markieren die meisten Nomen gar nicht. Die Zeit zeigst du mit Wörtern wie 昨天 (zuótiān, gestern) oder 明天 (míngtiān, morgen) an. Der einfache Satz folgt dem Muster Subjekt, Verb, Objekt, wie im deutschen Hauptsatz: 我喝茶 (wǒ hē chá), ich trinke Tee.

Dann die Komposita. Chinesisch baut neue Wörter aus alten, so wie wir aus Hand und Schuh den Handschuh machen. 电脑 (diànnǎo), der Computer, heißt wörtlich „elektrisches Gehirn“, 火车 (huǒchē), der Zug, „Feuerwagen“. Wer die Bausteine kennt, errät viele neue Wörter, und wer mit Wörtern wie Kühlschrank aufgewachsen ist, versteht das Prinzip sofort.

Was Zeit kostet

Die Töne

Mandarin hat vier Töne und einen neutralen. Dieselbe Silbe bedeutet je nach Tonverlauf etwas anderes: mā (妈) ist die Mutter, má (麻) der Hanf, mǎ (马) das Pferd, und mà (骂) heißt schimpfen. Im Deutschen benutzt du die Tonhöhe für Fragen oder Ironie, im Chinesischen gehört sie zum Wort. Lern jedes Wort deshalb gleich mit seinem Ton, nicht später.

Pinyin und seine Fallen

Pinyin ist die offizielle Umschrift mit lateinischen Buchstaben und dein wichtigstes Werkzeug in den ersten Monaten. Einige Buchstaben meinen allerdings etwas anderes als bei uns. Ein x klingt ungefähr wie das ch in „ich“, ein q wie ein „tsch“ mit viel Luft, ein zh wie „dsch“ und ein z wie „ds“. Dafür gibt es ein Geschenk: Das Pinyin-h klingt wie das ch in „Bach“. Diesen Laut kannst du schon, Englischsprachige müssen ihn mühsam üben.

Schriftzeichen

Die Schrift ist das, wofür du Jahre brauchst; für eine Zeitung sind einige tausend Zeichen nötig. Die gute Seite: Zeichen bestehen aus wiederkehrenden Bausteinen, und viele Bausteine verraten etwas über Bedeutung oder Aussprache. 妈 (Mutter) enthält 女 (Frau) und 马 (mǎ), das den Klang beisteuert. Wer später Japanisch lernt, trifft viele dieser Zeichen als Kanji wieder.

Dazu kommen Zählwörter. Zwischen Zahl und Nomen steht ein Wort, das zur Sorte des Dings passt: 一杯咖啡 (yì bēi kāfēi) ist eine Tasse Kaffee, 一本书 (yì běn shū) ein Buch. Das allgemeine 个 (gè) rettet dich am Anfang oft.

Die ersten Wörter mit Pinyin

Zeichen Pinyin Deutsch
你好 nǐ hǎo Hallo
谢谢 xièxie Danke
不客气 bú kèqi Gern geschehen
对 duì Richtig, stimmt
我是德国人 wǒ shì Déguórén Ich bin Deutsche oder Deutscher
再见 zàijiàn Auf Wiedersehen

Eine Feinheit gleich zu Beginn: Treffen zwei dritte Töne aufeinander, wird der erste zum zweiten. 你好 schreibt man nǐ hǎo, gesprochen wird ní hǎo.

Chinesisch lernen für Anfänger: ein ehrlicher Plan

Der erste Monat gehört der Aussprache: Pinyin, die vier Töne und die Laute, die es im Deutschen nicht gibt. Fünfzehn bis zwanzig Minuten am Tag, dazu die ersten Wörter mit ihren Zeichen. Wer hier schludert, schleppt falsche Töne jahrelang mit. Kosten muss dieser Monat nichts: Pinyin-Tabellen mit Erklärungen findest du kostenlos im Netz.

Von Monat zwei bis etwa Monat zehn arbeitest du auf A1 hin: dich vorstellen, Zahlen, Preise, Uhrzeit, Essen bestellen, die wichtigsten Zählwörter. Lern die Zeichen von Anfang an mit, aber erwarte nicht, alle schreiben zu können. Wiedererkennen reicht lange, und auf dem Handy tippst du ohnehin meistens über Pinyin.

Im zweiten Jahr kommt A2 dran: 了 und 过 für Vergangenes und Erfahrungen, Vergleiche, längere Sätze, erste kurze Texte. Für B1 plane ein drittes Jahr ein. Wer einen Nachweis braucht, etwa für ein Studium in China, legt den HSK ab, den offiziellen Chinesischtest für Nicht-Muttersprachler.

Dreißig Minuten an sechs Tagen bringen dabei mehr als drei Stunden am Sonntag. Warum das so ist, steht im Beitrag über Methoden zum Vokabellernen, und mit welchen Stundenzahlen du grob rechnen kannst, unter Wie lange dauert es, eine Sprache zu lernen?

Chinesisch lernen mit App: was Qlango dabei übernimmt

Für Mandarin legst du in Qlango einen Kurs an und stellst Deutsch als die Sprache ein, über die du lernst. Mit Kurzzeichen reicht der Kurs von A1 bis B2, mit Langzeichen von A1 bis B1, und auch Kantonesisch gibt es, von A1 bis A2. Die Sprachenübersicht zeigt alle Stufen auf einen Blick.

Die Lektionen sind kurz, und das verteilte Wiederholen holt Wörter und Zeichen genau dann zurück, wenn sie zu verblassen drohen. Karteikarten, Auswahl aus vier Antworten, Paare finden und Sätze bauen wechseln sich ab; beim Satzbauen merkst du schnell, wohin Zeitangabe und Zählwort gehören. Mit Premium beantwortet der KI-Lehrer unbegrenzt deine Grammatikfragen, zum Beispiel, warum in einem Satz 了 steht und im nächsten nicht. Und bei einer Sprache, die Jahre dauert, zeigt dir die Statistik über Wochen, Monate und Jahre, dass diese Jahre etwas bringen. Der Einstieg kostet nichts.

Wähl Deutsch als Ausgangssprache, nimm Mandarin mit Kurzzeichen und mach heute die erste A1-Lektion. Morgen sagst du ní hǎo, mit dem richtigen Ton.

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